Mein Umzug von Aixit zu Hetzner und erste Erfahrungen

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Vor einigen Jahren hatte  Hetzner online im IRC einen sehr schlechten Ruf was Hosting und Mietserver betraf. Der Service sei mies und man bekäme genau das wofür man eben so wenig bezahle. Grottige Hardware mit noch grottigerem Service!

Hetzner Datacenter

Ich übernahm diese vorgefertigten Aussagen ungeprüft obwohl mir bewusst war, das diese Aussagen vorwiegend von Kollegen – also direkten Konkurrenten – stammten.

Einige Jahre später musste ich mich notgedrungen nach einem neuen Hoster umsehen, da mein liebgewonnener Platz im Rack meines damaligen Chefs gekündigt wurde und ich bei  AIXIT ausziehen musste.
Deren Angebot für einen 2HE Server mit 100Mbit Flatrate  knappe 400,– EUR zu verlangen erschien mir etwas sehr überzogen und dadurch gezwungen über den Tellerrand hinaus zu schauen.
Eine Flatrate, weil ich zuvor immer Angst haben musste einer DDOS zum Opfer zu fallen. Und/oder wie es bei mir gegen Ende der Fall war, ein falsch konfigurierter MySQL Server einer meiner Kunden, der eine 20 Mbit/s Verbindung  zu seinem Master eines anderen RZ aufbaute.
Das hatte eine Forderung von 2000,- EUR zur Folge, da das TB bei AIXIT wohl um die 40,– EUR gekostet hat. Aixit zeigte sich aber kulant und reduzierte den Betrag drastisch.
Das prägte nichts desto trotz den Wunsch nach einer kalkulierbaren Trafficpolitik.

Da kam mir der damals so ungeliebte Billighoster wieder ins Gedächnis und kaum auf deren Serverbörse angekommen entzückte mich das Angebot eines gebrauchten und wohl von einem ehemaligen Kunden gekündigten ca. 5 Jahre alten Rootserver.

WordPress immer auf FreeBSD
Für sage und schreibe grade mal 24,– EUR/mtl. erwarb ich einen Server bestückt mit einer Intel Core i7-3770 CPU, 2x HDD SATA 3,0 TB, 2x RAM 8192 MB DDR3 und als Sahnehäubchen  dazu 20 TB Traffic monatlich.
Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten dieses Limit zu erreichen wird man auf 10 Mbit/s geshapet.
Nach der AIXIT Erfahrung kann ich damit mehr als gut leben.

Oben drauf gibt es 18446744073709551616 generische IPv6 Adressen. Das dürfte für ein lüttes IoT  erst einmal ausreichen.
Eine extra IPv4 habe ich mir trotzdem für zusätzlich 1,–EUR/mtl gegönnt.

Der Server lief von Anfang an prima.
Das Aufsetzen eines FreeBSD Servers war via Robot ein Kinderspiel.

Via Web Robot  kann Admin  ein Rescue System starten das einen befähigt ein bestehendes System zu retten/reparieren oder ein neues installieren zu können.
Es bieten sich 2 Linuxe, 3 FreeBSD (10.3, 11.2 und beta) sowie 2 vKVM Lösungen  an.

Nach kurzer Zeit lief also ein FreeBSD Server zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Nun wollte ich die zusätzliche v4 IP bestellen.
Das soll über den schon erwähnten Robot möglich sein. Gesagt getan. Kurze Minuten später war die IP schon einsatzbereit.
Sie lag aber nur 4 Stellen von meiner Haupt-IP entfernt. Ich wollte eine besser unterscheidbare – am liebsten aus einer anderen Klasse des klassenlosen Internets 😉
Wie schon zuvor schrieb ich via Robot eine Mail an die Technik ob mein Wunsch nach größerer Unterscheidbarkeit der IPv4 Adresse möglich sei.
Um 11:06 verließ sie meinen Browser und um 11:11 Uhr kam die Antwort des Vollzuges.
Ich war wirklich positiv überrascht. Das ist also der schlechte Service bei Hetzner?

Die Box lief rund 3 1/2 Monate als sich mitten in der Arbeit auf der Konsole eine der zwei 3 TB großen Platten verabschiedete.
In diesem Moment wurde mir schlagartig bewusst wie wichtig ein Backup selbst bei einer grade erst kürzlich aufgesetzten Kiste ist.
MIST!
Via Robot informierte ich die Hetzner Technik von meiner misslichen Lage.
Endlich ein echter Lakmustest was an den Gerüchten über diesen miesen Support von Hetzner nun dran ist. Die Uhr sagt 18:18 Uhr.
Ich war wirklich gespannt.
Um 18:39 Uhr kam eine Antwortmail von einem Techniker, die HDD0 sei als defekt getestet und ausgetauscht worden – das Rescuesystem gebootet.
Das die IP pingbar war hatte ich selbst kurz zuvor festgestellt.

Einundzwanzig Minuten um zum Server zu gelangen, die Platte auszubauen und zu testen, eine neue eingebaut und gebootet.

Ich finde das dies ein exzellenter und beispielhafter Service ist.

Dieses mal habe ich die Platten gespiegelt und zuhause auf einem Server als zweites einen cronjob aufgesetzt der mir die variablen Daten auf den heimischen Rechner rsynct.
Und die Ausgabe von smartctl zu verarbeiten scheint auch eine kluge Entscheidung.
Es macht mir auch Spaß mit dem IPv6 Netz zu spielen.

So kann man seinen Domains ein wenig merkfähigere v6 Adressen verpassen. Wie zum Beispiel:

2a01:4f8:140:21e5:affe:affe:affe:affe

2a01:4f8:140:21e5:cafe::

2a01:4f8:140:21e5::

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